Lauren

Posted on November 23, 2011

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Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag.

Nachdem ich am Anfang des Wochenendes noch aktiv und daraufhin auch gleich zwei Mal in der Zeitung war, habe ich die letzten vier Tage leider ein wenig unproduktiv verbracht: Schlafen. Eins meiner Lieblingsbücher mal wieder lesen und dabei an ganz andere Leute denken müssen als beim letzten Mal. Harry Potter gucken (wobei ich das ja sowieso nur mache, weil da tolle Leute Englisch reden; die Actionszenen finde ich dementsprechend überflüssig). Musik hören. Krank herumliegen. Mich ärgern, dass ich noch keinen Internet- und Telefonanschluss im neuen Haus habe (die Telekom hat versprochen, das bis zum Ende des Monats zu regeln – ich bin gespannt).Tagebuch schreiben. Etwas lustlos und halbherzig versuchen, irgendwelche Hausaufgaben nachzuholen. Genius Politik spielen (was im Prinzip total interessant ist; letztendlich aber doch eher ziemlich deprimierend, weil ich zwar wunderbar „tragfähige Kompromisse“ aushandeln kann, mit der geforderten Einwohnersteigerung auf 1000 aber noch so meine Probleme habe). Lustige Ereignisse in einem wahrscheinlich absolut dummen Theaterstück von einer einzelnen kurzen Szene festhalten. In irgendwelchen Kartons irgendwelche Dinge suchen. Manche dieser Dinge auch tatsächlich finden. Andere Dinge leider noch nicht finden. Mir ein Smartphone wünschen, um wenigstens meine Twittertimeline zuspammen zu können.

Aber ganz unproduktiv war ich dann doch wieder nicht. Immerhin habe ich nämlich eine neue Figur für meinen Roman erfunden, die Lily vermutlich die Show stehlen und damit einen Zickenkrieg anzetteln wird: Lauren. (Ich geb’s ja zu, sie ist nach Lauren Mason benannt.) Dass sie nicht die gleichen Schuhe wie meine eigentliche Hauptperson hat, ist da eigentlich auch schon alles. Eine etwas…komische Person; aber lest selbst:

Eines Morgens stand sie plötzlich im Eingang des Verstecks. Die nassen Haare hingen ihr ins Gesicht. Sie waren wohl irgendwann mal in einem schrecklichen Gelbgrün gefärbt worden, aber die Farbe war schon lange herausgewachsen und offenbarte in der oberen Hälfte, also etwa bis zum Kinn, ihre ursprüngliche mittelblonde Haarfarbe. Sie trug eine braune Lederjacke, die ihr zwei Nummern zu groß war und ihr ein etwas merkwürdiges Erscheinungsbild verlieh. Darunter trug sie ein blau-weiß gestreiftes Oberteil, das an einen Schlafanzug erinnerte. Um den Hals hatte sie einen dicken Wollschal gewickelt. Ihre Hose war rot und war einst sicher nicht ganz billig gewesen – hatte mit ihren abgewetzten Knien aber auch schon bessere Zeiten gesehen. Ihre Füße steckten in hochhackigen, breitabsätzigen Lederstiefeln, auf deren Oberfläche sich eine regelrechte Dreckkruste gebildet hatte. Als sich die Augen aller Geierkinder halb neugierig, halb misstrauisch auf sie gerichtet hatten, sagte sie mit einer Stimme, die irgendwo zwischen herablassender Lässigkeit und unheimlicher Erschöpfung schwankte: „Hey. Ich hab gehört, ihr hier leistet Widerstand gegen diese verdammten Bastarde da draußen?“

Posted in: Schriftstellerei