Rebels without a masterplan

Posted on August 6, 2013

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Das Bedürfnis, mal wieder zu bloggen, die Hoffnungslosigkeit rauszubloggen, und doch wurde alles schon viel zu oft gesagt.

Jan nennt es Merkelismus. Das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber der Verwechselbarkeit der Parteien, der zunehmenden Politikverdrossenheit, des Trends zum Nichtwählen. Unbeantwortet steht die Frage im Raum: Was muss, was kann unsere Generation tun?
Es sind nicht mehr viele Wochen bis zur Wahl und ich bin mir nicht sicher, welche Vorstellung ich gruseliger finde: Noch einmal vier Jahre Schwarz-Gelb – oder eine Koalition mit einer SPD, die die Vorratsdatenspeicherung vertritt und etwa in Hamburg fleißig abschiebt. (Von den anderen Möglichkeiten will ich hier gar nicht erst anfangen.) Versteht mich nicht falsch, es gibt großartige Menschen in der SPD, von denen man sich wünscht, es gäbe viel mehr von ihnen; in der SPD und überall; die Grenzen zwischen tollen und total unverständlichen Positionen verläuft ja häufig sowieso nicht entlang der Parteigrenzen. Aber ich wäre gerne optimistisch, dass nach einer gewonnenen Wahl – nach der es momentan in den Umfragen ja leider nicht mal aussieht – alles besser wird, dass es dann wirklich endlich eine große Bewegung in der Politik gibt. Doch ich kann es nicht.
So ziemlich alle Parteien haben in den letzten Jahren unheimlich an glaubwürdig verloren, ja, wohl auch meine eigene. Leider. Und da sind so unendlich viele Baustellen; es brennt überall gleichzeitig. Stichflammen, die sich entzünden, ein paar Wochen vor sich hintoben und dann doch wieder einschlafen, weil es schon wieder das nächste Thema gibt, worüber es sich zu empören gilt. Oder eben, weil man drei Tage lang nur über ein “Verbot” von Fleisch diskutiert, was so gar nicht gefordert wird. Und dann denkst du dir als politischer Mensch, dass man eigentlich noch viel mehr tun müsste, 24/7 kämpfen, gegen den ganzen Dreck der passiert, aber du schaffst es einfach gar nicht, weil du halt irgendwann doch mal schlafen musst oder einfach mal durchatmen und nebenbei auch noch arbeiten oder studieren oder whatever. Lachen um nicht zu weinen. Und die Mobilisierung der breiten Massen bleibt aus, weil nicht genug Leute da sind zum mobilisieren, es ist ein Teufelskreis. Immer wieder das Gefühl, dass wir es einfach gar nicht schaffen können. Wie die erreichen, die sich angewidert von Wortbrüchen und Klientelpolitik vom Geschehen abgewendet haben, oder sich einfach grundsätzlich nicht für Politik interessieren? Und wie Parteien, die ja nunmal am meisten Macht zum Gestalten haben, für diejenigen wieder glaubwürdig machen, die sich zwar gerne politisch engagieren würden, aber das Gefühl haben, dass die Parteispitzen eh machen was sie wollen? Oder gibt es am Ende gar vielleicht tatsächlich doch noch irgendetwas Besseres als den Parlamentarismus?

Auch dieser Blogpost kommt aus meiner Filterbubble nicht heraus, ändert nichts und hat euch auch nichts Neues erzählt. Dafür habt ihr gerade mehrere Minuten darauf verschwendet, ihn zu lesen, in denen ihr weiter an der großen gesellschaftlichen Veränderung hättet arbeiten können. Wie das eben immer so ist.

P.S.: Die Fragen dürft ihr mit aber gerne beantworten, falls ihr Antworten habt…

Posted in: Politik